Wer darf in Frankreich legal einen Hund oder eine Katze verkaufen, und über welchen Kanal? Die Frage scheint einfach, aber die Regelungen haben sich seit 2024 erheblich weiterentwickelt, mit verschärften Sanktionen im Sommer 2026. Dieser Artikel misst die Kluft zwischen dem rechtlichen Rahmen und den tatsächlichen Praktiken auf Online-Anzeigenplattformen, indem er Adoption, Schenkung und Verkauf unterscheidet.
Verkauf von Haustieren online: Was das Gesetz erlaubt und was es verbietet
Der französische Rahmen unterscheidet drei Kategorien von Akteuren: die registrierten Züchter, die Tierschutzvereine und die Privatpersonen. Jeder hat unterschiedliche Rechte in Bezug auf die Abgabe von Hunden und Katzen.
| Akteur | Verkauf von Welpen/Kätzchen | Verkauf von Erwachsenen | Schenkung | Online-Anzeige |
|---|---|---|---|---|
| Registrierter Züchter (SIREN) | Erlaubt | Erlaubt | Erlaubt | Pflicht: SIREN, Alter, Identifikation |
| Verein / Stiftung | Bezahlte Adoption (Tierarztkosten) | Bezahlte Adoption | Möglich | Erlaubt mit rechtlichen Hinweisen |
| Privatperson | Verboten (außer wenn man Züchter wird) | Nur gelegentlich | Erlaubt | Schenkung: ja. Verkauf: stark reguliert |
| Tierhandlung | Seit dem 1. Januar 2024 verboten | Verboten | Nicht anwendbar | Verboten |
Diese Tabelle fasst das Wesentliche zusammen. Eine Privatperson kann online keinen Welpen oder Kätzchen verkaufen. Um auch nur ein einziges Tier aus einem Wurf zu verkaufen, muss sie sich als Züchter bei der Landwirtschaftskammer registrieren, eine SIREN-Nummer erhalten und die Gesundheitsstandards einhalten.
Die Plattformen, die sich auf die Vermittlung zwischen Adoptierenden und anerkannten Einrichtungen spezialisiert haben, wie aniwal.fr, ermöglichen es, Anzeigen zu konsultieren, die den Vorschriften entsprechen, was das Risiko verringert, auf ein illegales Angebot zu stoßen.

Verschärfte Sanktionen 2026: Geldstrafen für rechtswidrige Tierhandlungen
Das Verkaufsverbot für Hunde und Katzen in Tierhandlungen besteht seit 2024, jedoch ohne ausdrückliche Sanktionen. Das Dekret vom 1. August 2026 hat die Situation geändert. Tierhandlungen, die Hunde oder Katzen verkaufen, sehen sich nun einer Geldstrafe der 5. Klasse ausgesetzt.
Der gleiche Text bestraft die Präsentation von lebenden Tieren in Schaufenstern, die von der öffentlichen Straße aus sichtbar sind, unabhängig von der Art. Die Maßnahme zielt darauf ab, impulsive Käufe zu beenden, die durch den Anblick eines Welpen hinter einer Scheibe ausgelöst werden.
Dokumentierte Umgehungen durch die Presse
Trotz dieser Verschärfung haben einige Tierhandlungen die rechtlichen Grauzonen, die vor dem Sommer 2026 existierten, ausgenutzt. Le Parisien dokumentierte im August 2026 Praktiken wie Online-Bestellungen von Welpen oder diskrete Übergaben im Hinterzimmer. Diese “Click and Collect”-Strategien zielten darauf ab, eine Verkaufsaktivität ohne sichtbare Anzeige aufrechtzuerhalten.
Die Adoptionstage in Tierhandlungen bleiben erlaubt, jedoch unter strengen Bedingungen: Die Tiere müssen im Besitz von Stiftungen oder Vereinen sein, und Freiwillige dieser Einrichtungen müssen vor Ort anwesend sein.
Online-Adoption: Pflichtdokumente und Fallen in den Anzeigen
Egal ob es sich um eine Schenkung oder einen Verkauf handelt, jede Anzeige zur Abgabe eines Hundes oder einer Katze muss bestimmte Angaben enthalten. Das Fehlen dieser Informationen ist das erste Alarmzeichen.
- Die SIREN-Nummer des Züchters oder die Wurfnummer für Tiere, die in einem Stammbaum eingetragen sind, ist für jeden Verkauf Pflicht
- Das Alter des Tieres (mindestens 8 Wochen für die Abgabe) und seine Identifikationsnummer (Tattoo oder Mikrochip)
- Ein Engagement- und Wissenszertifikat, das der Käufer mindestens 7 Tage vor dem tatsächlichen Erwerb des Tieres unterschreiben muss
- Eine Abtretungsbescheinigung und ein Informationsdokument über die Bedürfnisse, Eigenschaften und Erziehungstipps des Tieres
Eine Schenkungsanzeige, die anschließend Geld verlangt, ist illegal. Dennoch ist dies die häufigste Umgehung in sozialen Netzwerken: Das Angebot wird als kostenlose Schenkung präsentiert, dann verlangt der Abgebende eine finanzielle “Beteiligung” bei der Übergabe des Tieres.

Die Zuverlässigkeit einer Anzeige für einen Hund oder eine Katze überprüfen
Die SPA und mehrere Vereine warnen regelmäßig vor dem Ausmaß betrügerischer Anzeigen. Um die Zuverlässigkeit eines Angebots zu bewerten, benötigen einige Überprüfungen weniger als zwei Minuten.
Die in der Anzeige angegebene SIREN-Nummer kann im offiziellen Unternehmensverzeichnis überprüft werden. Die Identifikation des Tieres (Chip oder Tattoo) muss mit einem Eintrag in der nationalen Datei I-CAD übereinstimmen. Das Fehlen einer SIREN-Nummer in einer Verkaufsanzeige ist systematisch ein Zeichen für Illegalität.
Die Angabe der Rasse muss ebenfalls mit dem Status des Verkäufers übereinstimmen. Nur registrierte Züchter, die das Zuchttier besitzen, dürfen Welpen oder Kätzchen einer Rasse verkaufen.
Europäische Regelung 2026: Auf dem Weg zu einer Überprüfung von Online-Anzeigen
Eine neue europäische Regelung, die im August 2026 veröffentlicht wurde, führt einen Überprüfungsmechanismus für Online-Anzeigen zum Verkauf von Hunden und Katzen ein. Dieses System verpflichtet die Plattformen, die Identität der Verkäufer und die Konformität der Anzeigen vor der Veröffentlichung zu überprüfen.
In Frankreich ergänzt der nationale Rahmen bereits dieses System. Das Ministerium für Landwirtschaft erinnert daran, dass jede Abgabe, ob kostenlos oder kostenpflichtig, mit den vorgeschriebenen Dokumenten einhergehen muss. Das Engagement- und Wissenszertifikat, das eingeführt wurde, um zukünftige Besitzer zur Verantwortung zu ziehen, sieht eine Überlegungsfrist von 7 Tagen vor, bevor eine Anschaffung erfolgt.
Dieses doppelte Regulierungssystem (europäisch und national) sollte schrittweise das Volumen nicht konformer Anzeigen reduzieren. Plattformen, die illegale Angebote nicht filtern, könnten letztendlich ihre Verantwortung übernehmen, ein Paradigmenwechsel im Vergleich zur Situation, die noch vor kurzem herrschte.
Die Verschärfung der Sanktionen für Tierhandlungen, kombiniert mit der obligatorischen Überprüfung von Online-Anzeigen, schafft einen Rahmen, in dem die Adoption über anerkannte Einrichtungen der sicherste Weg wird. Für die Käufer bleibt der verlässlichste Reflex, systematisch die SIREN-Nummer, die Identifikation des Tieres und das Vorhandensein des Engagement-Zertifikats vor jeder Maßnahme zu überprüfen.



